Ich dachte ja, die leben gar nicht mehr. Mit seinem ergrautem Zottelhaar, das wie eingestaubt wirkte, und dem morbiden Bühnenoutfit einer eigenwilligen Kombination aus Indianerkostüm, Hippie-Wandbehang und Vogelscheuche sah der gute Steven zunächst tatsächlich nicht besonders frisch aus.
Ich hatte vor der Show extra am Whiskyglas von Herrn K. genippt, damit das Fremdschämen nicht so weh tut. Aber dann war es gar nicht so schlimm, so ungefähr stelle ich mir auch die Konzerte der lederhäutigen Rolling Stones vor. Standard-Rock-Posen, viriles Herumgerenne von einem Bühnenende zum anderen, Liebesbekenntnisse an das Publikum da war alles dabei, was dabei sein muss. Schwer unterhaltsam waren auch die Ausdruckstänze der eigens zum Konzert angereisten Provinzelfen zu den bekannten Schmachtfetzen. Überhaupt ist es in Moskau stets sehr interessant, das Publikum zu beobachten. Aber dazu ein andermal.
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