Posts mit dem Label Reisefrosch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reisefrosch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Salom Usbekistan!

Montag, 28. März 2016

Das Rukhabat-Mausoleum in Samarkand , im Vordergrund ein blühender Baum
Von Usbekistan hatte ich vor unserer Reise keine genaue Vorstellung. Viel mehr als die Fotos vom Registan in Samarkand, die in den usbekischen Chaikhonas in Moskau die Wände zieren, kannte ich nicht. Chaikhonas sind eigentlich Teestuben (persisch: chai Tee + khona Haus), oft aber normale Restaurants. Daher wusste ich, dass Fleisch zentraler Bestandteil der usbekischen Küche ist, aber das konnte mich nicht abschrecken. Auch nicht die aus allen Nähten platzende Botschaft in der Mitte von Moskau, wo provisorische Anbauten und Zelte das Original-Ambiente des Taschkenter Basars verbreiten. Zugegebenermaßen ist es in dem hier üblichen Gedränge kaum möglich – es wird aber auch gar nicht erst versucht, Abstand zu wahren. Jeder hört den Gesprächen vorn am Schalter aufmerksam zu und stellt gegebenenfalls Zwischenfragen, was den gesamten Prozess nicht unbedingt beschleunigt. Die Telefonieren-Verboten-Schilder, mit denen die Wände des Empfangsraumes gepflastert sind, werden grundsätzlich ignoriert, lautstarke Maßregelungen durch die Beamten bleiben weitgehend folgenlos.
Nach nur zwei Stunden Anstehen in diversen Schlangen halte ich tatsächlich mein Visum in den Händen und bin nun bestens auf die Reise nach Usbekistan vorbereitet. Denke ich.

Schön choi trinken

Mittwoch, 23. März 2016

Reisen bildet. Auf unserer Reise nach Usbekistan haben wir festgestellt, dass es sehr angenehm und vorteilhaft ist, Tee (Choi sagt man hier.) aus der Piala (oder piyola) zu trinken. In der kleinen Schale kühlt der Tee fast augenblicklich auf eine trinkbare Temperatur ab. Außerdem sieht das Trinken aus der Piala furchtbar elegant aus. Unbegreiflich, wie man auf die Idee kommen kann, eine Tasse zu benutzen.

Wir sind dann mal weg

Samstag, 5. März 2016

Diesmal geht's ins Land der Tjubetejki ...

Auf der Suche nach der unsichtbaren Hand

Freitag, 13. November 2015

Limassol, die sonnenverwöhnte Stadt am Meer, hat schon einmal bessere Zeiten gesehen. Die garstige Betonarchitektur der glorreichen Jahrzehnte des Massentourismus hat ganz offensichtlich das Ende der angepeilten Lebensdauer erreicht. Dazwischen liegen ab und an eingesteut öffentliche sogenannte Grünanlagen, deren kahler Erdboden jedoch kaum zum Verweilen einlädt. In direkter Nachbarschaft zu den heruntergekommenen Betonschachteln stehen neue, schicke Appartementhäuser, an denen bunte „SALE“-Schilder kleben. Fehlende Kundschaft macht auch der Gastronomie zu schaffen: Inmitten der reihenweise geschlossenen Restaurants fallen hauptsächlich die gängigen Fastfood-Ketten ins Auge, in einer Handvoll Grill-Bars gibt es Fleisch und Bier. So sieht es in den Vierteln direkt am Meer aus.
Denn eigentlich, so behauptet unser Freund, ist Limassol die reichste Stadt Zyperns. Damit meint er, dass hier die reichsten Menschen (also gut, im Klartext: Russen) leben. Das Geld sieht man allerdings nicht. Jedenfalls nicht unten am Meer, wenn man das winzige Stadtzentrum am Hafen einmal beiseite lässt. Das Geld ist dort, wo es keine Fußgänger gibt und schwachbrüstige Autos keine Chance haben: auf den Hügeln über der Stadt. Hier schafft sich jeder Hausbesitzer seine eigene Welt, zu deren Grundausstattung mindestens ein Pool, eine Alarmanlage, ein Raumklimasystem und ein gepflegter Rasen gehören. Großflächige Fenster mit Blick auf Limassol, den Hafen und das Meer sind natürlich auch sehr begehrt. Von hier aus ist ja nicht zu sehen, wie sich da unten Krater in den Bürgersteigen bilden und die Mülltonnen überquellen. Und abends, da glitzern die Lichter der Stadt so schön.

Weiß auf Grün

Montag, 9. November 2015

Unser zypriotischer Freund hat die Sportart gewechselt: Russisches Billard war es letztes Jahr, dann wählte er eine noch größere Spielfläche und trainiert seitdem emsig auf dem Golfplatz. Ich bin gespannt auf unseren Besuch im nächsten Jahr.

Erewan djan

Freitag, 15. Mai 2015

Wir waren nicht die Einzigen, die den Feierlichkeiten zum 70. Siegestag in Moskau fern blieben. Doch wir hatten die bessere Ausrede: Kurz vor dem Einsetzen der sengenden Sommerhitze wollten wir noch die letzten Frühlingstage in Erewan, der Hauptstadt Armeniens, genießen.

Auf dem Wochenmarkt in Tbilisi

Dienstag, 31. März 2015

Endlich auch auf diesem Blog ein wenig Katzen-Content.

1-2-3-weg: Süßes aus Georgien

Freitag, 27. März 2015

Kultivierte Menschen schneiden sie in Scheiben. Wenn's schnell gehen muss, kann man aber auch einfach abbeißen. Jedoch sollte man dabei nicht vergessen, dass sich im Inneren der Tshurtchela (russisch: чурчхела) ein Faden befindet. Die traditionellen georgischen Konfektwürste bestehen nämlich aus aufgefädelten Nüssen (zumeist Walnüsse, aber auch Haselnüsse), die mehrmals in eine Saft-Zucker-Maismehl-Mischung getaucht und zum Trocknen aufgehangen werden. Nach einigen Monaten sind die Tshurtcheli gereift, d.h. weich.
In verschiedenen Regionen Georgiens gibt es mehrere Sorten, die sich in den Details der Herstellung unterscheiden. Doch für alle gilt: Die ideale Tshurtchela ist kaum süß, sondern schmeckt intensiv nach dem verwendeten Granatapfel-, Trauben- oder Beerensaft oder nach Honig. Neben Glukose und Fruktose beinhalten Tshurcheli Eiweiß, pflanzliche Fettsäuren und viele, viele Vitamine. Solange man sie nicht an einem improvisierten Verkaufsstand direkt an einer vielbefahrenen Straße kauft, sind Tshurcheli also ungemein gesund.
Die Leckerei ist unter anderen Namen auch in Armenien, auf Zypern und bei den südlichen Turkvölkern bekannt, doch nur Georgien als Erfinderland durfte sich die Tshurchela im Jahre 2011 patentieren lassen.

Beim Vegi-Kebab-Essen in Tbilisi

Freitag, 20. März 2015

... erklang aufeinmal mitten im Mainstream-Pop, zwischen David Guetta und Stevie Wonder, ein Lied der georgischen Sängerin Nino Basharuli.

Das Gesetz der Straße

Dienstag, 17. März 2015

Das alte Volk der Georgier musste sich im Laufe der Zeit über 40 Mal gegen Angriffe der Mongolen, Perser, Osmanen, Iraner, Dagestaner und Choresmier zur Wehr setzen. So etwas hat natürlich Auswirkungen: Die mannhafte Todesverachtung der Georgier ist geradezu sprichwörtlich – in der Gegenwart tritt sie am deutlichsten im Straßenverkehr zu Tage. Normalerweise neigen die Georgier nicht zu übertriebener Hektik, doch sobald sie in ein Auto steigen, scheint sich ihre Uhr auf einmal schneller zu drehen. Während der Fahrt müssen daher möglichst viele Dinge nebenbei erledigt werden: Rasante Überholmanöver von gleichzeitig rauchenden und telefonierenden Fahrern sind keine Seltenheit. (Beim Blinken stößt das georgische Talent zum Multitasking allerdings an seine Grenzen.) Bei solch extravagantem Fahrstil kann schon mal was schief gehen, was dann mit einem ehrlich überraschten „Wo kommen Sie denn plötzlich her?“ kommentiert wird.
Auch beim Tanken kann verweichlichten Fremdländern schon mal der Herzschlag aussetzen: Einmal werden wir wegen der Explosionsgefahr gebeten, uns während des Tankvorgangs ein paar Meter (!) vom Auto zu entfernen. Ein anderes Mal betankt ein vor Coolness beinahe erstarrter Mann unser Auto – mit keck im Mundwinkel hängender Zigarette. Auf unsere Bitte, das Rauchen wenigstens während des Tankens zu unterlassen, legt er die brennende Kippe auf die Tanksäule. Kurz bevor sie der Wind direkt unter unser Auto weht und kurz bevor der Schrei unserer Reiseführerin den Ultraschallbereich erreicht, fängt er sie gelassen auf und trägt sie gemächlichen Schrittes in sein Wärterhäuschen.
In der Tankstelle hingen selbstverständlich mehrere Rauchverbotsschilder, doch Verbote und allgemein verbindliche Regeln scheinen die Georgier nur schwer mit ihrer freiheitlichen Natur in Einklang bringen zu können. So werden auch Ampeln, Verkehrsschilder und Zebrastreifen grundsätzlich als dekorative Verzierungen der Straße angesehen. Sollte doch einmal ein Fahrer an einer grünen Fußgängerampel halten, setzt augenblicklich das Hupkonzert der folgenden Fahrzeuge ein. Fahrbahnmarkierungen werden ebenso ignoriert, auch wenn es sich um durchgehende Linien handelt: Es fahren stets so viele Fahrzeuge nebeneinander (in eine Richtung), wie auf die Straße passen.

Von Kiew nach Moskau

Sonntag, 15. März 2015

... im Vintage-Flieger. Das Flugzeug stammt aus der Zeit, als die Menschen noch kleiner waren.

სიმღერა თბილისზე

Samstag, 7. März 2015

Solch ein strahlend blauer Himmel glänzt nur über Dir,
Tbilisi, meine geliebte Heimatstadt!
Die Narikala-Fenstung,
Eine Erinnerung an vergangene, schwere Zeiten,
Krönt Dein ergrautes Haupt.
Tbilisi, meine hell glänzende Hauptstadt!
Dir wurde neues Leben eingehaucht.
Solch Schönheit gibt es nirgends mehr auf der Welt!
Leer wäre ohne Dich mein Leben.
In den Alleen entlang der Kura
Fallen auf Dich die Schatten der Platanen,
Versprechen Kühle an einem glühend heißen Tag.
Unmöglich ist es hier, nicht zu singen,
Wenn doch sogar das Laub singt.
Und die graue Kura trägt ein Kleid aus Granit.
Melodie: Реваз Ильич Лагидзе (Revaz Ilitch Lagidze)
Text: Пётр Петрович Грузинский (Pyotr Nikolayevich Gruzinsky)
Nach mehreren Textversionen frei übersetzt.

Laa-la-la-la-la-la-laa!

Freitag, 6. März 2015

In Vorbereitung unserer Reise nach Georgien musste das unbedingt noch einmal sein: Der Filmklassiker „Die Kaukasische Gefangene“ (Кавказская пленница) aus dem Jahre 1967 liefert von Heiratsanbahnungsriten bis hin zu Tisch- und Trinksitten viel Hintergrundinformationen über die Welt der schnautzbärtigen Berg-Machos. Zusammen mit dem forschungsreisenden Studenten Schurik lernen wir zum Beispiel, dass der Wein immer nur eine Armlänge entfernt steht. Doch ohne einen ausführlichen Trinkspruch inklusive Ratschläge zur Lebensführung und Wünsche für den gesamte Familien- und Freundeskreis geht absolut gar nichts. Die Liste der Filmzitate, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind, ist lang. Unschlagbar: „Женщина — друг человека.“ (Die Frau ist der Freund des Menschen/Mannes.)
Den Film im Originalton gibt es hier in voller Länge. Die Szene, in der die Studentin Nina ihrem Verehrer Schurik „Das Lied über die Eisbären“ vorsingt und -tanzt ist aber auch ohne Sprachkenntnisse absolut sehenswert. Das Lied ihrer Fakultät handelt von zwei Eisbären, die sich am Nordpol befinden und ihre Rücken aneinander reiben, wodurch sie die Drehung der Erde verursachen. Durch stärkeres Reiben sind sie sogar in der Lage, die Drehung zu beschleunigen – damit die Zeit schneller vergeht und potentielle Liebespaare eher zueinander finden. Das ist natürlich keine wissenschaftlich haltbare These, aber Nina studiert ja auch nur Pädagogik.

Neu im Trend: Alte Überlebensstrategien

Samstag, 20. Dezember 2014

Das Neujahrsfest steht vor der Tür und anschließend sage und schreibe 11 allgemeine Feiertage. Für viele Russen eine prima Gelegenheit zu verreisen, bevorzugt nach Europa. Die Flüge und Unterkünfte sind seit langem gebucht und bezahlt. Doch auch im Urlaub muss man hin und wieder etwas essen. Bei dem aktuellen Rubelkurs aber kann selbst ein Businesslunch in Mandy's Würstelbude direkt in den finanziellen Ruin führen. Zu anderen Jahreszeiten könnte man sich von Waldbeeren, Pilzen oder von den Äpfeln der Alleebäume ernähren. Aber was machen wir jetzt, im Winter?
Meine Idee, im Flugzeug die nicht benötigten Zucker- und Gewürztüten der Mitreisenden einzusammeln, fiel wegen Ineffizienz und einem sehr hohen Peinlichkeitsgrad durch. Aber ein Freund gab uns den entscheidenden Tipp: Konserven! Die Fleischkonserve (тушёнка, Tushonka) gehörte in der Sowjetunion zu den Grundnahrungsmitteln und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Die Lebensretterin schlechthin ist jedoch die sogenannte Cgushonka (сгущёнка) – gesüßte Sahne. Bei 8% Fett- und über 40% Zuckergehalt liefert eine Dose Energie für zwei bis drei Tage. Dazu noch ein paar Teebeutel eingepackt und die Reise kann los gehen. Europa, wir kommen!
Update nach der Ankunft in Berlin: Wir danken Mia recht herzlich für das Überlassen von Knäckebrot, zweier Knoblauchzehen und löslichem Bohnenkaffee.

Man spricht Russisch

Dienstag, 11. November 2014

Wenn es nicht so warm wäre und das Meer nicht so schön im Sonnenlicht glitzern würde, könnte man annehmen, man sei in Moskau. Russische Werbeschilder, russische Radiosender, russische Zeitschriften – und überall russisch sprechende Menschen. Und da Limassol auf russische Kundschaft angewiesen ist, sprechen auch die meisten Kellner Russisch. Das Warenangebot richtet sich ebenso nach den Bedürfnissen der russischen Gäste: Edelboutiquen, Juweliere und teure Spirituosengeschäfte reihen sich entlang der Seepromenade. Die vielen Pelzgeschäfte gibt es natürlich auch nur wegen den Russen – bei Mindesttemperaturen um die 10 Grad braucht hier keiner Pelze.

Billard по-русски

Mittwoch, 5. November 2014

Aus den Niederlanden hat Peter der Große seinem Volk nicht nur schöne Schiffe mitgebracht, sondern auch das Billardspiel. Und da in Russland immer alles größer sein muss als woanders, ist beim Russischen Billard der Tisch um einiges größer als beim gewöhnlichen Poolbillard und die Kugeln sind überhaupt am allergrößten. Das erhöht für die Spieler den Schwierigkeitsgrad, für unbedarfte Zuschauer bleibt der Unterhaltungsgrad aber gleich gering.

1.30 Uhr, St. Petersburg

Mittwoch, 30. Juli 2014

Wenn man sich etwas ganz doll wünscht, dann geht es auch in Erfüllung – nun durfte ich doch noch die weißen Nächte in St. Petersburg erleben! Die lagen zwar schon in den letzten Zügen, als wir Mitte Juli in „Piter“ waren, aber trotzdem war es um 23 Uhr noch taghell und richtig dunkel wurde es eigentlich nie. Dazu gab es feinstes Sommerwetter – in St. Petersburg sorgt aber die stete Meeresbrise dafür, dass es nie drückend heiß wird. So wie in Moskau beispielsweise.
Meine Vergleiche, die ich zwischen den beiden Städten anstelle, fallen meist zugunsten von St. Petersburg aus, was Herr K. als eingefleischter Hauptstädter mit säuerlicher Mine registriert. Mit lächerlichen Argumenten (Moskau ist viel größer und dynamischer!) versucht er, meine Begeisterung zu bremsen. Dabei wissen wir doch alle, dass nicht allein die Größe zählt! Es hat schon seine Gründe, warum viele junge (gut betuchte) Moskauer über's Wochenende nach Piter fliegen: Zum einen gilt die Stadt seit jeher als Zentrum der (alternativen) Kunst und Kultur, zum anderen lebt es sich hier sehr viel entspannter als in der Hauptstadt. Das beginnt schon bei der Architektur: Diese Stadt wurde für Menschen gebaut, nicht für Massen. Im Gegensatz zu Moskau haben Gebäude, Straßen und Plätze eine humane Größe, das gilt sogar für die Stalin-Bauten etwas außerhalb der Innenstadt.
Am Wochenende sonnt man sich auf dem Marsfeld oder vor der Peter-und-Paul-Festung (Петропавловская крепость), bärtige Männer mit Undercutfrisuren fahren ihre Retro Cruiser Bikes spazieren. In den Cafés, die sich endlos aneinander reihen, kann man sogar im Außenbereich sitzen, ohne von den Abgasen Atemnot zu bekommen (im Gegensatz zu Moskau), Hinweisschilder und Speisekarten sind durchgängig zweisprachig (im Gegensatz zu Moskau). Alles in allem erinnert Piter ein wenig an Berlin – nur dass es imperialer und sauberer ist.

Moskva govorit: Tschüss!

Donnerstag, 17. April 2014