Was mich nicht umbringt …

Dienstag, 15. Juli 2014

Es ist soweit, nun sind wir an der Reihe! 10 Tage lang wird nur noch eiskaltes Wasser aus der Leitung kommen: Jedes Jahr im Sommer wird stadtteilweise das warme Wasser abgedreht – wegen notwendiger Wartungsarbeiten, wie es heißt. Die langen, kalten Winter würden den zum größten Teil aus Metall bestehenden Leitungen arg zusetzen, gleichzeitig greife das kochend heiße Wasser, das mit hohem Druck durch das Fernwärmesystem schießt, die Rohre von innen an. Im Sommer müsse daher das gesamte städtische Rohrsystem Stück für Stück überprüft und repariert werden.
Tradition hat nicht nur die sommerliche Kaltduschphase – die Ankündigungen, dass dies bald eine Ende haben wird, wiederholen sich ebenfalls regelmäßig. So wird aktuell eine ununterbrochene Warmwasserversorgung „in drei bis vier Jahren“ in Aussicht gestellt. Gerechterweise muss man jedoch ergänzen, dass sich die Wartungsphase seit den 1990ern von drei bis vier Wochen auf 10 bis 14 Tage verkürzt hat.
Auch hat die Moskauer Regierung, die sich neuerdings in Bürgernähe versucht, hierfür einen Online-Service entwickeln lassen: Früher wurden die Einwohner erst ein paar Tage vorher durch eine Ankündigung am Schwarzen Brett über die Abschaltung des Warmwassers in Kenntnis gesetzt, nun kann man sich darüber schon Wochen im Voraus per App informieren.
Nun muss also 10 Tage lang für jeden Abwasch, jede Dusche, jedes Boden Wischen der Wasserkocher angeschmissen werden. Vorsorglich haben wir uns sogar einen Ersatzkocher gekauft. Wasser zu erwärmen, wird also eher unproblematisch sein – ob eine wirksame Körperpflege mittels Töpfen und Schüsseln auf Dauer gelingen kann, wird sich herausstellen. Für das nächste Wochenende habe ich zum Glück eine Einladung zum Warmduschen: Die Schwiegermama wohnt in einem anderen Stadtteil und hat das Theater für dieses Jahr schon hinter sich.

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