Der Zweite Weltkrieg ist jetzt seit beinahe 70 Jahren Geschichte. Während einer so langen Zeit kann schon mal etwas in Vergessenheit geraten. Im Westen zum Beispiel fragt man sich ja gerne naserümpfend, warum der 9. Mai in Moskau mit einer Militärparade begangen wird. Vielleicht hilft dieser Film dem Gedächtnis des/der einen oder anderen ein wenig auf die Sprünge ... Geh und sieh und begreife, was es heißt, Ziel eines Vernichtungskrieges zu sein.
Keine Sorge Иди и смотри, eine sowjetische Filmproduktion aus dem Jahre 1985, ergötzt sich nicht an Patriotismus und Heldentum. Es gibt kein Orchestergewitter, keine spektakulären Actionszenen, keinen sentimentalen Kitsch. Wir folgen einfach dem naiven weißrussischen Bauernjungen Fljora auf seiner Odyssee durch Feindesland, das früher einmal seine Heimat gewesen ist. Diese enge Perspektive macht den Film zu einem außerordentlich starken, überzeitlichen Anti-Kriegsfilm. Wir sehen, wie das glatte, helle Kindergesicht innerhalb kürzester Zeit um Jahre altert. Wir fühlen die ständige Bedrohung durch eine fremde, gesichtslose, technisch haushoch überlegene Macht. Wir ahnen, wie es sich anfühlt, ihr schutz- und hoffnungslos ausgeliefert zu sein.
Die oben gezeigten Filmausschnitte sind leider nicht ganz repräsentativ, da nur die Action-Szenen ausgewählt wurden. Auch Musik wird eigentlich nur an wenigen Stellen gezielt eingesetzt. Der gesamte Film ist hier im Originalton zu sehen. Der Film ist auch in Deutschland mit englischen oder deutschen Untertiteln im Handel erhältlich. Die englisch synchronisierte Fassung ist nicht empfehlenswert.
UdSSR (Belarusfilm, Mosfilm) 1985
Regie: Elem Klimov
Drehbuch: Elem Klimov, Ales Adamovitsch
Kamera: Alexej Rodionov
Musik: Oleg Jantschenko
Regie: Elem Klimov
Drehbuch: Elem Klimov, Ales Adamovitsch
Kamera: Alexej Rodionov
Musik: Oleg Jantschenko
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