In diesen Tagen herrscht in Moskau Ausnahmezustand. Da die vier Moscheen bei Weitem nicht alle Gläubigen fassen, werden für das islamische Opferfest Kurban bayramı ringsum Straßen und Plätze abgesperrt. Wie das aussieht, zeigt diese Aufnahme vom letzten Jahr. Die Stadtverwaltung soll Baugenehmigungen für Moscheen eher zurückhaltend erteilen, um nicht noch mehr Muslime anzulocken.
Tataren leben seit Jahrhunderten in der Stadt, Muslime ziehen wie Angehörige anderer Religionen auch aus russischen Teil- und Nachbarrepubliken zum Studieren und Arbeiten nach Moskau. Problematisch ist dagegen der nicht abreißende Strom von minderqualifizierten Arbeitsmigranten, den sogenannten гастарбайтери (gastarbejteri), die hier unter schlechten Bedingungen und schlechter Bezahlung unpopuläre Arbeiten wie Straßen- und Kanalreinigung verrichten. Viele sind illegal ins Land gekommen, was von den Arbeitgebern weidlich ausgenutzt wird. Die haben bestimmt nichts dagegen, dass immer mehr Muslime angelockt werden.
Die Russen haben zwar das deutsche Wort Gastarbeiter direkt übernommen die Ergebnisse der jahrzehntelangen deutschen Nicht-Integrations-Politik dagegen hat man sich nicht so genau angeschaut. In der Regel sehen die Russen mit einer Mischung aus Angst und Überheblichkeit über die fremdländischen Arbeitsameisen hinweg, in Moskau kommt noch der übliche Hauptstadtdünkel gegenüber allen Zugezogenen dazu. Aber an islamischen Feiertagen werden die Moskowiter daran erinnert, dass sich 10% der Bevölkerung nicht einfach weg ignorieren lassen.
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